Warum Jagd?

Es gibt weltweit sehr viele Jagdgegner. Sie sehen in der Jagd das Grundübel der Zerstörung der Natur durch den Menschen, eine kommerzielle, ausbeuterische Wirtschaftsform. Sie unterstellen den Jäger/innen die Lust am Töten und Zerstören. Hier gilt es als Jäger oder Jägerin die Argumente der Jagdgegner/innen zu kennen, um dazu Stellung nehmen zu können.

Selbstregulation ohne Jagd?

"Wir dürfen nicht vergessen, dass sich unsere Wälder und die Restnatur durch die ständige Jagd und die kommerzielle Nutzung in einem völlig instabilen Zustand befinden. Ohne Jagd funktioniert die natürliche Selbstregulation. Wildbestände werden von der Natur selbst gesteuert und geregelt und der Jäger sei dabei nicht notwendig." (www.initiative-gegen-die-jagd.de)

Das ist ein Pauschalurteil, das so nicht stimmt. Selbstregulation kann nur in ausgedehnten natürlichen Biotopen erfolgen, in denen das Räuber-Beute Verhältnis völlig intakt ist. Leider befinden wir uns in einer Kulturlandschaft, die für manche Tiere gute und für manche Tiere auch viel schlechtere Lebensbedingungen hervorbringt. Das macht klar, dass eine naturnah ausgerichtete Regulation und eine nachhaltige Nutzung der Tierpopulationen nicht im Gegensatz zum Naturschutz stehen. Die vielen Hegemaßnahmen werden im Sinne der Verbesserung des Lebensraumes und somit auch für den Naturschutz durchgeführt. Darunter zählen die Erhaltung von Wegrainen, Büschen, Schaffung von Äsungsflächen, die Planzung von Obstgehölzen und Sträuchern, Anlage von Kleesaaten in Getreidestreifen, Erhaltung von Tümpeln und Moorwiesen, die Schaffung von Wasserstellen etc. Die Jäger und Jägerinnen arbeiten heute mehr als je zuvor im Sinne des Naturschutzes und zusammen mit dem Naturschutz. Sie sehen sich als engagierte Naturschützer/innen! Weiters werden alle Jungjäger/innen in ihrer Ausbildung mit einem umfassenden wildökologischen Wissen ausgestattet, damit sie in Zukunft ihre Tätigkeiten im Revier mit größer Verantwortung durchführen können.

Wildfütterung rein zur Trophäenzucht?

Ein weiterer Kritikpunkt der Jagdgegner ist die Fütterung im Winter, sowie die Hege mit der Büchse. Sie sind der Meinung, dass die Winterfütterung nur zum Zwecke der Trophäen-Züchtung diene.

"Warum sollte man mit Abschüssen einen Bestand reduzieren, wenn man ihn vorher mit Winterfütterungen - wie beim Rehwild - hochgepäppelt hat." (www.initiative-gegen-die-jagd.de)

Die Erhaltung des Wildstandes und die Vermeidung von Waldschäden ist primär die Aufgabe der Wildtierfütterung. Sie ist nur in Notzeiten sinnvoll,in denen das Wild keine ausreichende natürliche Äsung auffindet. Notzeiten sind dann gegeben, wenn das Wild

  • infolge hoher Schneedecke
  • bei Vereisung und längeren Frostperioden
  • nach ausgedehnten Waldbränden, Überschwemmungen und Dürreperioden keine ausreichende Äsung vorfindet.

Eine regelmäßige Wildfütterung des Wildes kann darüber hinaus notwendig sein, wenn Wanderungen zwischen Sommer- und Wintereinständen (beim Rotwild) durch eine Veränderung der Flächennutzung ausgeschlossen sind und dies zu Wildschäden am Wald führt. Weiters ist die Freizeitnutzung der Wälder ein Problem für das Äsungsverhalten des Wildes. Von Spaziergängern, Schlittenfahrern oder Skilangläufern gestört und verschreckt, kann es den natürlichen Äsungsrhythmus nicht nicht mehr folgen, bleibt im Busch und verbeisst oder schält. Wichtig ist: Wildschäden können nur verhindert werden, wenn das Futter auf die physiologischen Bedürfnisse des jeweiligen Wildes abgestimmt ist und das Wild weiß, wo es in der Notzeit Futter findet. 

Füttern mit Vernunft

Ziel ist es, den Lebensraum des Wildes zu entlasten, Wildschäden zu verhüten und die Lebensraumansprüche des Wildes zu gewähr-leisten. Deshalb plädieren Jäger dafür, durch vielfältige Äsungsflächen ein Nahrungsangebot zu schaffen, das eine Fütterung in der vegetationsarmen Zeit nur als unterstützende Maßnahme notwendig werden läßt. Immer angepaßt an die zeitlich und örtlich wechselnden Erfordernisse. Denn die Fütterung darf keinesfalls dazu führen, zu Lasten des Lebensraumes unnatürlich hohe Wilddichten zu fördern, um erfolgreicher jagen zu können.

Leider gibt es "schwarze Schafe"

Leider geraten die Jäger mit ihrer Forderung nach Wildfütterung in das Schussfeld der Kritik. Immer wieder wird der Vorwurf laut, Jäger betrieben mit der Fütterung Wildzucht im Wald. Schuld an diesen Vorwürfen sind "schwarze Schafe" unter den Jägern, die das Jagdgesetz übertreten und tatsächlich füttern, um den Wildbestand für eine reichere Jagdbeute künstlich zu erhöhen. Diese Personen gehören von der Behörde streng bestraft und mit einem Fütterungsverbot bestraft. Sie schaden nicht nur dem Lebensraum und sich selbst, sondern vor allem dem Bild der Jagd in der Öffentlichkeit.

Zusammenarbeit: Jagd und Naturschutz ist äußerst wichtig

Jagd und Naturschutz haben in den meisten Teilbereichen die gleichen Interesse. Sie richten ihre Aktivitäten auf die  Erhaltung und Herstellung einer intakten Umwelt aus. Dieses gemeinsame Anliegen lässt sich gemeinsam wesentlich leichter und rascher erreichen. Die Jäger und Jägerinnen sind sich bewusst, das Jagd nicht nur die Nutzung von Wildtieren bedeutet, sondern sich vor allem auf die gesamte Umwelt bezieht, in der die Wildtiere leben.

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