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22:13 08.09.2010

Was ist selektiver Verbiss?

Darunter versteht man die Bevorzugung einzelner, besonders beliebter Baumarten durch das Wild. Selektiv (bevorzugt) verbissen werden: Tanne, Bergahorn, Esche, Bergulme, Eiche, Vogelbeere, Salweide, Aspe,. Starker selektiver Verbiss führt zur Baumartenentmischung des Waldes.

 

Tannenkeimlinge werden häufig verbissen

Was ist Terminaltriebverbiss?

Der Terminaltrieb ist der oberste Wipfeltrieb einer Pflanze. Wird dieser (mehrmalig) abgebissen, so ist das ein sehr schwerer Schaden für das Individuum, weil das Wachstum des gesamten Jahres dadurch weggenommen wird und die Seitentriebe die Funktion des Terminaltriebes übernehmen können. Mehrwipfelige Bäume entstehen. 

Terminaltriebverbiss c) K.Zauner
Schälschaden

Wildschäden

Beunruhigung des Wildes und ein zu hoher Wildbestand können zu erheblichen ökologischen und wirtschaftlichen Schäden führen. Zuwachsverluste, Stabilitätsverluste und Wertverluste sind die Folge.

Keimlingsverbiss

Darunter versteht man das Abäsen junger Baumsämlinge. Diese Art des Verbisses ist sehr schwer feststellbar, da nach dem Abäsen der Pflanzen keine Reste mehr da sind. Es ist also ein "unsichtbarer Verbiss". Zum Nachweis des Keimlingsverbisses ist die Errichtung von kleiner wildsicherer Kontrollzäune (etwa 6x6 Meter) erfoderlich. Ein Vergleich der Vegetation innerhalb und außerhalb des Zaunes nach einigen Jahren zeigt den Einfluss des Wildes auf die Entwicklung der Waldvegetation.

Baumverbiss

Verbiss von Knospen und Triebspitzen junger Waldbäume. Durch das Vorhandensein der Verbissspuren ist diese Verbissart leicht feststellbar.

Fegen und Schlagen

Darunter versteht man das Abschlagen der Baumrinde, meist jüngerer Baume im Jungwuchs- oder Dickungsstadium durch das Geweih oder Gehörn der Schalenwildarten. Von Fegeschäden spricht man, wenn das Rot- oder Rehwild bei der Entledigung der Basthaut kleinere Bäume und Sträucher verfegt. Bevorzugt werden harzreiche Hölzer wie die Lärche und die Weißkiefer.

Schälschäden (Stammschälung)

Darunter versteht man das Abschlagen der Baumrinde von Bäumen im Stangenholzstadium, Dickungen und schwachen Baumholz mit dem Äser. Über die Schälwunden dringen holzzerstörende Pilze (Rotfäulepilze) ein, die sich im Inneren des Stammes ausbreiten und das Holz zerstören (Wertverlust, Zuwachsverlust, Stabilitätsverlust). Bei Rindenverletzungen durch den Holztransport im Wald kommt es zu ähnlichen Verletzungen.

Wurzelschälung

An älteren Bäumen deren grobe Rinde eine Stammschälung nicht mehr zulässt, können feinborkige Wurzelteile geschält werden.

Trittbelastung

Die Trittbelastung des Bodens durch die Wildtiere darf nicht unterschätzt werden. Durch die intensive Ausbildung des Wildwechsels kann Bodenerosionen ausgelöst  oder der Wasserhaushalt kann dadurch massiv gestört werden.

Trittschäden können auch durch Weidevieh entstehen