Sie sind hier: Jagd > Wildkrankheiten
DeutschEnglishFrancais
21:42 08.09.2010

Wildkrankheiten

Die Kenntnis über die Wildkrankheiten und deren Entstehen gehören zum Grundlagenwissen jedes Jägers und jeder Jägerin. Wichtig ist das richtige Verhalten bei ausgebrochenen Seuchen, um größere Wildverluste zu verhindern. Neben dem richtigen Ansprechen der Wildtiere spielt auch die Wildbrethygiene eine große Rolle. Das gilt vor allem für auf den Menschen oder Haustiere übertragbare Krankheiten.

Anzeigen von Wildseuchen

Bei Auftreten von Wildseuchen ist der Jagdausübungsberechtigte verpflichtet , den Ausbruch derselben der Bezirksverwaltungsbehörde bekanntzugeben. Außerdem ist die Wilddichte zu verringern bzw. sind auf alle Fälle die kranken Stücke abzuschießen. Nicht zu verwechseln ist der Seuchenabschuss mit dem Zwangsabschuss und dem Höchstabschuss.

Übersicht der Wildkrankheiten

  • Infektionskrankheiten (Erreger sind Mikroorganismen
  • Krankheitsverlauf meist rasch und akut
  • Inversionskrankheiten (Erreger sind tierische Schmarotzer, Krankheitsverlauf langsamer als bei den Infektionskrankheiten, aber zumeist chronisch)

Seuchen

Infektionserkrankungen,die örtlich und zeitlich gehäuft auftreten, nennt man eine Seuche.

Invasionskrankheiten können auch gehäuft auftreten. Da spricht man jedoch eher von einem "seuchenhaften Verlauf".

Körper- und Organveränderungen

Häufig erkennt man eine Wildkrankheit erst beim erlegten Tier. Liegt der Verdacht einer Seuche vor, dann sollte stets der Tierarzt beigezogen werden. Dieser sollte sich das ganze Stück inklusive des gesamten Aufbruches anschauen. Meist wird das Stück an eine tierärztliche Untersuchungstelle eingeschickt.

ACHTUNG: Auf eine Wildkrankheit verdächtiges Fallwild sollte nur unaufgebrochen eingeschickt werden.

Kennzeichen einer Erkrankung

Allgemein ist zu den Wildkrankheiten zu sagen, dass krankes Wild meist am Verhalten und am Aussehen zu erkennen ist. Es verliert die Scheu vor den Menschen, wird im Wildbret abkommen, das heißt schwächer werden, die Decke wird meistens stumpffarben und schäbig wirken. Insbesondere verfärben sich kranke Stücke weitaus später als gesunde. Aber Achtung bei der Verfärbung; alte Stücke verfärben gleichfalls weitaus später.

Sperrgebiete im Seuchenfall

Liegt eine Tierseuche vor (aktuelles Beispiel: Vogelpest) und besteht eine Gefahr für Haustiere und infolge für den Menschen, dann werden von der Seuchenbekämpfungsstelle des Bundeslandes Verordnungen über Sperrgebiete herausgegeben. Diese sind zumeist zeitlich befristet bis die Gefahr abgewendet ist. Wichtig ist in diesen Fall eine ausreichende Information der Bevölkerung über verschiedenste Medien (Flugblätter,  Tageszeitungen, Radio, Fernsehen, Internet etc.)