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Weidmannsheil


06.02.2010 13:41 Alter: 210 Tage

Schwarzwildbejagung in den Bayrischen Staatsforsten

Rubrik: Wissenschaft

Im Jagdjahr 2008 haben Bayerns Jäger über 62.000 Wildschweine erlegt - so viele wie nie zuvor. Allerdings sind die stetig steigenden Schwarzwildstrecken nur teilweise als jagdlicher Erfolg der Jäger zu werten. (Quelle: waldwissen.net)

Wildschwein c) cermivelli, flickr.com

Rund zehn Prozent der Jagdfläche Bayerns werden von den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) in Regie bewirtschaftet. Das entspricht einer Jagdfläche von 830.000 Hektar. Auf den 474.000 Hektar Regiejagd mit Schwarzwildvorkommen fielen im Jagdjahr 2008/2009 gut 9.000 Schwarzkittel

Nicht nur der deutliche Anstieg der Wildschäden auf den Feldfluren macht die Sauen zum Problem. In letzter Zeit machen sie auch zunehmend Ärger im Wald. Sie verursachen Fraßschäden an ungezäunten Kulturen, insbesondere Eichensaaten, indem sie Eicheln und Keimlinge äsen. Die Eichenverjüngungen müssen massiv geschützt werden. Auch die Bucheckern und Eicheln, die für die Verjüngung erforderlich wären, werden aufgefressen. Das ist speziell bei Sprengmasten problematisch.

Die angekommene Naturverjüngung an Eichen und Buchen wird von den Sauen teils großflächig ausgerissen und die Wurzel abgebissen und gefressen. Auch vor Pflanzungen machen die Wildschweine nicht halt. Kulturzäune stellen für das Schwarzwild nur bedingt ein Hindernis dar. Sie sind in Schwarzwildrevieren nur schwer wilddicht zu halten, da die Sauen die Zäune für das Rehwild öffnen. Insgesamt wächst der Druck der Gesellschaft, die Sauen noch stärker zu bejagen.

Die Zeitreihen der Schwarzwildabschüsse belegen: die Schwarzwildpopulation nimmt stetig zu. Einzelne Streckeneinbrüche, z.B. im Jagdjahr 2006  sind vor allem auf ungünstige Witterungsverhältnisse für die Bejagung zurückzuführen. Mit der bisherigen Bejagung ist es kaum möglich gewesen, den Schwarzwildbestand zu beeinflussen. Eine unsachgemäße Kirrjagd verschärft das Problem sogar, weil sie mit zusätzlichem Energieinput die Vermehrungsrate des Schwarzwildes fördern kann. Ein effektives Mittel sind revierübergreifende Bewegungsjagden. Leider wird dieses Mittel noch viel zu selten angewandt, da eine Zusammenarbeit oft an den unterschiedlichen Interessen staatlicher und privater Jagd scheitert.

(Originalartikel auf waldwissen.net)