Und er lebt doch!
Rubrik: WissenschaftDer totgeglaubte Braunbär Moritz aus der Obersteiermark lebt. Er hatte auf der Suche nach einem Weibchen einen großen Umweg gemacht. (Quelle: Kleine Zeitung)
Moritz, jener neun Jahre alte Braunbär, der im vorigen Frühjahr im Dachsteingebiet ein paar Wildtiere zu viel gerissen hat und später für tot gehalten wurde, weil er plötzlich von der Bildfläche verschwunden war, ist doch am Leben.
Diese Hoffnung war bereits zum Jahreswechsel aufgekommen, erklären der WWF und das Wiener Forschungsinstitut für Wildtierkunde. "Nun hat unser Monitoring auf genetischer Basis den Nachweis erbracht", sagt Christoph Walder, Leiter des WWF-Bärenprojektes. Das heißt: Von Moritz sind Losungen und Haare gefunden worden. Derzeit hält er irgendwo zwischen dem Ötscher und dem Hochschwab seinen Winterschlaf, wo genau, ist unbekannt, da der Bär keinen Sender trägt.
Suche nach Weibchen
Anhand der Spuren lässt sich sagen, dass Moritz in das Salzkammergut gewandert war, vermutlich auf der Suche nach einem Weibchen. Dass er eines gefunden hat, ist höchst unwahrscheinlich, denn die Schätzung der heimischen Bärenpopulation ist mit zehn Exemplaren bereits zu hoch angesetzt, zudem besteht sie nur aus Männchen. Da es ungewöhnlich ist, dass ein ausgewachsener Bär nach langer Zeit sein Revier verlässt, wurde Moritz' Tod befürchtet. "Wir dachten, er sei der Wilderei zum Opfer gefallen", bestätigt Walder.
Dennoch ist Moritz' Wiederkehr viel zu wenig, um das Bärenvolk vor dem neuerlichen Aussterben zu bewahren. Mit Moritz lebt nur noch sein Vater Djuro im Ötschergebiet. Doch Walder wertet dies "als Signal für den längst überfälligen Rettungsplan für Bären in Österreich". Dieser Plan sieht vor, zehn Bären in drei Jahren zu importieren (sieben davon Weibchen); Oberösterreich ist dafür, das Land Steiermark entschied sich aber dagegen. (Quelle: Kleine Zeitung)

