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08:51 07.02.2012

Lebensraum Wasser

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Heute: Erholungsgebiet für die ganze Familie

Lobau

Die Lobau ist eines der schönsten Naherholungsgebiete Wiens und der größte Beitrag zum Nationalpark Donau-Auen.  Sie gehört zu den letzten intakten Augebieten Mitteleropas. Lobau bedeutet namentlich Wasserwald. Dieser Wasserwald ist in die Obere und Untere Lobau unterteilt. Das Forstamt der Stadt Wien (MA 49) pflegt und bewirtschaftet das Gebiet nach speziellen Managementplänen.

Geschichte der Lobau

Im Jahr 1021 schenkte Kaiser Heinrich II das Gebiet nördlich der Donau bis in die Gegend von Raasdorf dem bayrischen Kloster Weihenstephan, das dieses Gebiet einige Jahre später an das Bistum Freising übereignete. Der Kaiser erwirkte vom Bischof von Freising das Recht in den Wäldern der Lobau jagen zu dürfen. Dieses Jagdrecht hatte einen Jahrhunderte dauernden Rechtsstreit zur Folge, der erst mit der Säkularisierung des Bistums Freising 1802 beendet wurde. Kaiser Franz kaufte schließlich das Gebiet der Lobau.

"Lobau" bedeutet Wasserwald

Die Ortsbezeichnung Lobau kommt von dem althochdeutschen Wort „Lo“ (Wald). Lob-Au bedeutet Wasserwald. Kaiserin Maria Theresia schenkte 1745 der Gemeinde Wien das Gut Kaiser-Ebersdorf, um aus dem Erlös dieses Betriebes einen Armenfonds zu schaffen. Von der Schenkung ausgenommen war die Jagd. Diese blieb weiterhin der kaiserlichen Familie vorbehalten. Napoleons Armee schug 1809 ihr Hauptquatier hier auf.

Obere und Untere Lobau

Nach der Donauregulierung 1875, die eine Verlegung des Stromes nach Süden mit sich brachte, entstand das Gebiet der heutigen Lobau. Auf diesem Besitz lastete das Servitut der Jagd zugunsten des jeweiligen Kaisers von Österreich. Im Jahr 1917 wurde mit dem Oberjägermeisteramt ein Vertrag geschlossen, auf Grund dessen die sogenannte Obere Lobau in das freie Eigentum der Gemeinde Wien überging. Als Gegenleistung erhielt der Kaiser die Untere Lobau als freies Eigentum. Wien war mit diesem Abkommen jedoch nicht einverstanden, da die Stadt sich seit 1745 als Besitzerin der ganzen Lobau sah.

Lobau in der Zwischenkriegszeit

Nach dem Zerfall der Habsburger Monarchie gelangte die Untere Lobau in das Eigentum des Kriegsgeschädigten Fonds.

1926 - 1938 war die Lobau von einem Zaun umgeben und nur von Ostern bis Allerheiligen von der Gemeinde geöffnet und der Bevölkerung gegen Bezahlung zugänglich gemacht. Gleichzeitig wurden Teile des Auwaldes in Ackerboden umgewandelt.

1938 wurde das Öllager, die Pipeline, die Bahntrasse, sowie die Trassierung des Donau-Oder-Kanals mit dem Ölhafen errichtet, die der Lobau bleibende Schäden zufügten. Am Beginn der Lobau liegt das Kraftwerk Donaustadt, das mit Heizöl und Erdgas betrieben wird. Fliegerbomben während des Zweiten Weltkrieges erweiterten die Zerstörung.

Lobau als beliebtes Jagdgebiet

Während des Zweiten Weltkrieges war die Untere Lobau Reichsjagdgebiet und wurde infolge von den Österreichischen Bundesforsten verwaltet. Erst 1974 kam es zum Abschluss einer großen Grundstücktransaktion zwischen den Österreichischen Bundesforsten und der Stadt Wien, bei der die Untere Lobau der Stadt Wien zugeschrieben wurde.

Lobau nach 1945

Erst nach Kriegsende begann man wieder, die Lobau zu einem Erholungsgebiet zu gestalten. Wildbadeplätze, Spielflächen, Radwanderwege und Wanderwege wurden angelegt. Die Lobau sollte als Luftreservoir und Freizeitgebiet für die Wiener dienen. Um den hohen Grundwasserspiegel zu nutzen, errichtete man Grundwassertürme und Hebewerke und konnte so Trinkwasser für die wiener Bevölkerung gewinnen. Das weitere Absinken des Grundwasserspiegels nahm bedrohliche Ausmaße an, sodaß 1992 Wasser aus dem Donaustrom in das Altarmsystem geleitet wird.

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Schutzstatus heute

Seit Frühjahr1978 ist die Lobau Biosphären-Reservat der UNESCO

Seit dem 1. Oktober 1978 Naturschutzgebiet.

1983 Ramsargebiet Die Ramsar-Konvention bezeichnet das Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung, ein völkerrechtliches Abkommen.

Seit 1996 wurden die Lobau und die gesamten Donau-Auen östlich von Wien bis zur Staatsgrenze der Slowakei zum Nationalpark erklärt.

 

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