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09:20 07.02.2012

Kulturraum

Schluckerdenkmal in Alland c) WLJV
Schluckerdenkmal in Alland c) WLJV
Hermesvilla c) MA 49
Hermesvilla c) MA 49
Hirsche im Lainzer Tiergarten c) MA 49
Hirsche im Lainzer Tiergarten c) MA 49
Muffel im Lainzer Tiergarten c) MA 49
Muffel im Lainzer Tiergarten c) MA 49
Liegewiese c) MA 49
Liegewiese c) MA 49
Führungen für Schulklassen c) MA 49
Führungen für Schulklassen c) MA 49

Lainzer Tiergarten

Der Lainzer Tiergarten ist ein rund 2.500 ha großes ummauertes und naturgeschütztes Wald- und Wiesengebiet am Rande der Stadt. Als ehemalige Jagdgebiet des Kaisers im Wienerwald ist es heute eines der beliebtesten Ausflugsziele im Westen von Wien. Hier können die Besucher durch uralte Wälder wandern und dabei Wildschweine, Hirsche, Rehe, Muffelwild und andere Tiere beobachten. Die Jagd wird hier beschränkt nach einem speziellen Bejagungsplan ausgeübt.

Von den Anfängen bis zum ersten Weltkrieg

1270 wurde ein "Auhof" in Hütteldorf erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1457 ist der "Thier- und Saugarten" zu Laab im Walde überliefert, in dem der Kaiserhof sein Jagdrecht ausübte.

Unter Kaiser Josef II. erhielt der Tiergarten im Wesentlichen seine heutige Ausdehnung. Die etwa 21 Kilometer lange Tiergartenmauer wurde 1782 bis 1787 errichtet. Der Maurermeister Philipp Schlucker führte den Bau durch. Er war mit seinem Preisangebot so günstig, dass die Wiener Bevölkerung befürchtete er werde verarmen, was nicht der Fall war. Der Begriff "armer Schlucker" ist bis heute bekannt. Kaiser Franz Joseph ließ 1882 bis 1886 für seine Gattin Elisabeth (Sisi) die Hermesvilla nach den Plänen Karl von Hasenauers errichten.

1918 kam der Tiergarten in die Verwaltung des Kriegsbeschädigtenfonds. Ab 1919 wurde der Tiergarten an Wochenenden für die Bevölkerung geöffnet. Kurz danach wurde ein Teilstück an der heutigen Hermesstraße abgetrennt und zur Rodung freigegeben. Die heutige Siedlung "Friedensstadt" entstand.

 

Zwischenkriegszeit und Zweiter Weltkrieg

Der kurz vor dem Bankrott stehende Kriegsgeschädigtenfonds wollte den "nutzlosen" Tiergarten zu Geld machen:

Errichtung eines Golfplatzes und einer Kleingartensiedlung

Planung eines Waldfriedhofes, eines Tierfriedhofes und eines Sportstadions für Hundewettrennen - das Ende des Lainzer Tiergartens schien nahe.

1937 wurde der Kriegsgeschädigtefonds aufgelöst und der Tiergarten vom Bund an die Stadt Wien übertragen. Die Auflage war, den Lainzer Tiergarten in seinem Gesamtbild und seiner Eigenart als Naturschutzgebiet zu erhalten.

Ab 1941 war der Lainzer Tiergarten Reichsnaturschutzgebiet. Die Bevölkerung hatte keinen Zutritt.

1945 bis 1955 stand das Gebiet unter sowjetischer Verwaltung. Infolge der allgemeinen Not wurden große Waldteile planlos abgeholzt. Das Wild wurde beinahe ausgerottet und die Hermesvilla zur Ruine devastiert.

Von 1955 bis heute

1955 wurde der Lainzer Tiergarten wieder geöffnet. Er entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugs- und Wanderziel. Der Wildbestand erholte sich langsam.

Beim Bau der Westautobahn wurde 1960 ein Teil des Tiergartens abgetrennt. Die Stadt Wien kaufte zum Ausgleich ein Ersatzgrundstück bei Laab im Walde.

1973 wurde die unter der Leitung des Wiener Forstamts renovierte Hermesvilla wieder eröffnet.

Seit 1974 ist der Eintritt in den Lainzer Tiergarten frei.

1998 trat die neue Verordnung zum Naturschutzgebiet Lainzer Tiergarten in Kraft.

Im Jahr 2000 wurde des Besucherzentrum Lainzer Tiergarten errichtet, das eine kleine Ausstellung über den Lainzer Tiergarten, sowie ein Geländemodell beinhaltet. Von hier aus werden Führungen zu der Tier- und Planzenwelt des Lainzer Tiergartens angeboten.

Seit 2002 hat das Forstamt einen neues "Bejagungskonzept", das zum Ziel hat, das Wild möglichst wenig zu beunruhigen und es möglichst effizient zu reduzieren.