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03:39 05.09.2010

Bilder

Ansitzjagd c) WLJV
Treibjagd c) boompowdoink, flickr.com
Deutsch Kurzhaar c) brad pennock

Jagdarten

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedenste Jagdarten entwickelt, welche jeweils in speziellen Situationen bzw. bei der Jagd auf bestimmte Tierarten am geeignetesten sind. Die wichtigsten sind:

Treibjagd

Treibjagden im Sinne des Gesetzes sind Jagden, an denen mehr als vier Schützen und mehr als vier Treiber teilnehmen. Durch Treiber und Hunde wird das Wild hoch flüchtig gemacht. Treibjagden werden meist auf offenen Flächen auf Hasen und anderes Niederwild, außer Rehwild ausgeübt.

Bei der Treibjagd dürfen Unmündige, das sind Kinder unter 14 Jahren nicht eingesetzt werden. Außerdem dürfen sie an Sonn- und Feiertagen während der Zeit des vormittaglichen Gottesdienstes nur dann stattfinden, wenn eine Störung des Gottesdienstes ausgeschlossen ist.

Gemeinschaftsjagden und Jagdsicherheit

Die Treibjagd, die Drückjagd und die Bewegungsjagd sind sogenannte Gemeinschaftsjagden, das heißt, es nehmen mehrere Menschen an der Jagd teil.  Je mehr Menschen an einer Jagd teilnehmen, umso größer müssen die Sicherheitsbestimmungen sein. Dem niederösterreichischen Landesjagdverband ist es zu verdanken, dass das Signalband eingeführt wurde, das sich nun immer mehr durchsetzt. Dieses Band erhöht die Sichtbarkeit von Treibern im Dickicht erheblich.

Kreis- oder Kesseljagd

Die Schütz/innen und Treiber/innen gehen einen großen Kreis aus, bei Ertönen es 1. Hornsignales darf geschossen werden bzw. die Schütz/innen und Treiber/innen werden dem Mittelpunkt zugehen. Falls der Kreis noch nicht geschlossen ist, dass heißt es darf geschossen werden. Doch die Schütz/innen müssen langsam weiter gehen bis der Kreis geschlossen ist und dann erst gegen den Mittepunkt drücken. Das 2. Hornsignal bedeutet Treiber/innen in den Kreis, das heißt die Treiber/innen sollen vor die Schütz/innen in den Kreis hineingehen. Die Schütz/innen dürfen nur mehr aus dem Kreis heraus schießen. Das 3. Hornsignal bedeutet Hahn in Ruh. Hier ist die Waffe zu entladen und gebrochen oder mit offenem Verschluss zu tragen, die Schütz/innen und Treiber/innen werden bei der Jagd die Signale angesagt. Es ist auch möglich, dass vier Hornsignale gegeben werden, (zum Beispiel, wenn der Boden eisig und steinig ist: Gellergefahr), dann bedeutet das 2. Hornsignal immer nicht mehr in den Kreis zu schießen.

Nur einige Fehler, die bei der Kreisjagd öfters gemacht werden und böse ausgehen können:

 

Fehler bei der Kreisjagd

  • Linieren heißt, mit angeschlagener Flinte auf das Wild zielend durch die Schützenkette durchziehen. Hier besteht die Gefahr, dass jederzeit ein Schuss sich lösen kann und ein Unbeteiligter verletzt oder getötet wird.
  • Das Sackflicken, zwei oder drei Schütz/innen bleiben zurück, sodass für das Wild im Kreis der Eindruck besteht, dort ist ein Loch, auf das es massiert zuläuft, währenddessen die anderen Schütz/innen nicht zum Schuss kommen. Dasselbe ist auch die Lochflickerei, wo der/die Schütz/in mit Absicht zu seinem/ihrem Nachbarn einen äußeren Abstand einhält, sodass das Wild auf die Lücke zuläuft. Hier werden dann Weitschüsse fabriziert, die meistens nur zum Ankratzen des Wildes, nicht aber zur Erlegung führen.

Waldtreibjagd

Hier werden die Schütz/innen beim Trieb angestellt. Treiber/innen gehen durch das Gebiet mit Lärmaufwand, Baumklopfen, Rufen etc. Das Wild kommt flüchtig zu den Schütz/innen.

Pirsch

Hierbei begeht der Jäger vorsichtig und leise das zu bejagende Gebiet, er "pirscht". Dabei kann Spuren gefolgt werden, um Wildtiere aufzuspüren. Besonders erfolgsversprechend ist diese Jagd bei Neuschnee, da hier die frischen Spuren besonders gut zu sehen sind und Geräusche vermieden werden.

Ansitzjagd

Beim Ansitz wartet der Jäger oder die Jägerin an einer Lichtung oder an einer ähnlichen Freiflächen, häufig auf einem Hochsitz. Wild, welches vorbeizieht, kann so in Ruhe beobachtet werden, bevor entschieden wird, ob geschossen wird. Die Beunruhigung ist minimal. Beim Ansitz wird hauptsächlich auf Rehwild, Raubwild und Hochwild gejagt.

"Stöbern"

Mit Hilfe eines Hundes "durchsucht" man Felder oder Waldabschnitte um flüchtendes Wild erlegen zu können. Diese Jagdart findet meist auf Niederwild wie Hasen, Kaninchen oder Federwild statt. Sie wird von einem einzelnen oder einer kleineren Gruppe von Jäger/innen ausgeübt. Dafür benötigt man kurzjagende Hunde oder Vorstehhunde.

Riegel- oder Drückjagd

Als nächste Jagdart im Wald haben wir die Riegel- oder Drückjagd. Sie wird etwas anders durchgeführt  und zwar benötigt man hier weitaus weniger Schütz/innen und weniger Treiber/innen. Die Schütz/innen werden an bekannte Wechsel und Pässe gestellt und das Wild wird langsam und leise gedrückt. Es soll vertraut kommen, um die Möglichkeit des Ansprechens zu bieten. Hauptsächlich haben wir die Riegeljagd auf Hochwild, Schalenwild und Füchse.

Bewegungsjagd

Bei dieser Jagdform, ähnlich der Drückjagd, wird weiträumiger abgestellt. Das Wild wird nur soweit beunruhigt, dass es seine Einstände verlässt und möglichst vertraut und langsam auf den Schützen zuzieht. Das erleichtert den Jägern die gezielte Selektion und das Wild wird weniger beunruhigt. Diese Jagdart wird in großen Revieren oder revierübergreifend auf alle Hochwildarten, Rehwild und Raubwild genutzt.

Fuchs-Sprengen und Dachs-Graben

Die Jagd geht folgendermaßen vor sich: Nach vorsichtigem Annähern zum Bau, wobei die Schütz/innen mit Schussfeld zu den Röhren angestellt werden, wird der Bauhund in den Bau eingelassen. Im Normalfall wird der Hund den Fuchs aus dem Bau treiben, das heißt, der Fuchs wird gesprengt oder springt. Der Dachs verklüftet sich im Normalfall im Bau, das heißt er versucht einen Erdwall zwischen sich und dem Hund aufzurichten, ein scharfer Hund hindert ihm daran und gibt Laut (er liegt vor). Der Jäger oder die Jägerin muss nunmehr durch Einschläge in die Röhre (man gräbt dort, wo man den Hund vermutet, Löcher) versuchen, zu dem Dachs zu kommen.

Es gibt noch eine dritte Baujagd. Das Frettieren auf Kaninchen. Hier wird ein Frettchen (normalerweise ein Albinoiltis) in den Bau eingelassen. Die Kaninchen flüchten sofort aus dem Bau. Gefährlich ist es, wenn noch Jungtiere vorhanden sind oder krankgeschossene Kaninchen im Bau sind, da das Frettchen diese normalerweise tötet, seinen Hunger stillt und im Bau schläft.

Baujagd

Hier haben wir die Baujagd mit Bau- und Erdhunden auf Fuchs und Dachse

Brackierjagd

Das ist die Jagd mit dem laut jagenden Hund. Der Hund wird auf die Fährte oder Spur angesetzt und jagt langsam, Laut gebend dem Wild nach. Man bemüht sich, es an bekannten Wechseln abzufangen oder wartet darauf, dass sie z. B. beim Hasen, das Wild, an dem Platz, wo es aufgescheucht wurde, zurückkommt. Anschließend seien noch die diversen Streifjagden erwähnt, hauptsächlich auf Rebhuhn und Fasan. Die Streifjagd auf den Hasen kann gefährlich für den Hasenbesatz sein, da meistens die sich länger drückende Häsin erlegt wird. Besonders erwähnt seien hier der ?Böhmische Streifen? und der Halbmond.

Die Lockjagd

Bei dieser Jagdart versucht man, das Wild mit verschiedenen Hilfsmitteln anzulocken. So z.B. den Fuchs durch den Mauspfiff und die Hasenklage. Er kann aber auch durch einen Luderplatz angelockt werden. Der Rehbock in der Brunft durch Blatten oder Fiepen, man ahmt hier den Ruf der brunftigen Geiß nach. Eventuell kann auch die Geiß mit dem Kitzruf angelockt werden und dabei dem brunftigen Bock mitziehen. Den Hirsch kann man eventuell mit dem Hirschruf, das heißt man ahmt den Kampfruf des Rivalen nach, eventuell auch das Mahnen des Tieres. Enten und Gänse kann man mit der Lockjagd oder der Lockgans (eine Nachahmung des lebenden Tieres), die auf gut sichtbarer Stelle des Wassers platziert ist, anlocken, da das Vorhandensein eines Artgenossen ein Signal von Nahrung und Sicherheit ist. Den Birkhahn kann man mit der Nachahmung des Rivalen anlocken. Gleichfalls die Ringeltaube, auch geht die Schnepfe auf das Puitzen.

 

Hüttenjagd

Die Jagd mit dem Uhu. Es ist eine Art Lockjagd. Hier wird der Uhu (lebend präpariert oder eine Nachbildung) in der Nähe einer Uhuhütte aufgestellt. Der Uhu wird als großer Nachtraubvogel von Krähen, Elstern und Tagraubvögeln angegriffen, das heißt, sie kreisen um ihn und stoßen auf ihn herab (hassen und stechen). In der heutigen Zeit kann die Hüttenjagd nur mehr auf Krähen und Elstern ausgeübt werden.

Frettieren

Bei dieser Jagdart werden domestizierte Iltisse (Frettchen) eingesetzt, um Kaninchen aus ihren unterirdischen Bauen zu treiben. Außerhalb des Baues werden sie entweder durch Netze gefangen oder mit Schusswaffen (meist Schrotflinte) erlegt.

Schnepfenstrich

Die erste Jagd im Frühling ist der Schnepfenstrich. Die Schnepfe absolviert bei ihrem Zwischenaufenthalt auf dem Zug nach Norden in unserem Gebiet zum Teil die Balz. Daher streichen sie in der Morgen- und Abenddämmerung in geeigneten Gebieten suchend umher. Der Jäger oder die Jägerin stellt sich an bekannte gute Plätze und versucht in dieser kurzen Zeit zum Schuss zu kommen.

Gänse- und Entenstrich

Die Schütz/innen stehen gedeckt in der Nähe des Wassers. Es gibt auch hier einen Morgen- und Abendstrich. Die Gans streicht morgens vom Wasser zum Feld und abends zurück, bei den Enten ist es umgekehrt.