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08:51 07.02.2012

Grimmbart

Dachs c) localsurfer, flickr.com
Dachs c) localsurfer, flickr.com

Dachs (Meles meles)

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Marder (Mustelidae)
Unterfamilie: Dachse (Melinae)
Gattung: Meles
Art: Dachs
Jägersprache - Dachs
 

Dachs c) localsurfer, flickr.com
Dachs c) localsurfer, flickr.com

Dachs

Der Dachs (Meles meles) ist eines der charakteristischen Säugetiere europäischer Wälder. Zur Abgrenzung von anderen Arten der Dachse (Melinae) innerhalb der Familie der Marder (Mustelidae) wird er auch als Europäischer Dachs oder Eurasischer Dachs bezeichnet. Der Name "Grimbart" ist dagegen ein volkstümlicher Name, den der Dachs in der Fabel und in Goethes Versepos Reineke Fuchs trägt.

Allgemeines

VERBREITUNG: Der Dachs bewohnt fast ganz Europa mit Ausnahme einiger vom Festland weiter abgelegener Inseln, wie Korsika und Sardinien. Außerdem ist er über das gesamte gemäßigte Asien verbreitet, also von Russland über China bis nach Japan. Im Gebirge steigt er in Höhen bis 2000 m auf.

LEBENSRAUM: bevorzugt Laub- und Mischwälder, kommt aber auch häufig in den Vorstädten (Schrebergärten etc.) und in der Nähe von Obstplantagen vor.

BEZEICHNUNGEN: Männchen: Rüde, Weibchen: Fähe, Jungtier: Welpen, Viele junge Dachse: Geheck, in der Jägersprache gibt es viele weitere Ausdrücke.

MERKMALE: Länge: bis zu 90 cm lang (davon 15 cm Schwanz) Die Dachsmännchen sind größer als die Weibchen. Das Fell ist unterseits schwarz und oberseits silbriggrau gefärbt, die Haut darunter ist rosafarben. Der Schädel ist weiß und hat beidseitig einen schwarzen Streifen, der von der Nase über das Auge zum Ohr verläuft.

GEWICHT: 15 bis 20 Kilogramm.

LEBENSWEISE: Der Dachs gräbt sich im Waldboden einen Bau, der einen Durchmesser von 30 m haben kann. In etwa 5 m Tiefe liegt der Wohnkessel, der über zahlreiche Gänge mit der Oberfläche verbunden ist. Diese Gänge dienen der Luftzufuhr und als Ein- und Ausgänge. Ein Dachsbau kann über Jahrzehnte oder vermutlich sogar Jahrhunderte benutzt werden. Jede Generation dehnt ihn weiter aus und fügt weitere Kammern hinzu.

Die Unterscheidung eines Dachsbaues von einem Fuchsbau ist einfach: In der Nähe von Dachsbauten befinden sich so genannte Dachsabtritte (Dachslatrinen). Das sind kleine Erdlöcher, in diese der Dachs seinen Kot absetzt. Nicht selten werden die Bauten von Fuchs und Dachs gemeinsam bewohnt. In einem Bau leben Dachse in Familienverbänden. Die weiblichen Nachkommen eines Dachspaars bleiben meistens im elterlichen Bau und gründen Nachbarkammern. Im Bau gibt es ein dominantes Paar. Das Paar bleibt lebenslang zusammen, aber auch die rangniederen Weibchen paaren sich mit dem dominanten Männchen. Dachse sind fast ausschließlich nachtaktiv. In den kälteren Gegenden halten sie eine Winterruhe, die je nach klimatischen Verhältnissen einige Tage bis mehrere Monate dauern kann.

PAARUNGSZEIT: Juni bis August

WURFZEIT: Febuar bis März

LEBENSERWARTUNG: bis zu 7 Jahre

NAHRUNG: Dachse sind Allesfresser. Während andere Marder Pflanzen meistens nur als Beikost nehmen, ist der Anteil von Pflanzen an der Dachsnahrung sehr viel größer (etwa drei Viertel der Gesamtnahrung). Obst, Wurzeln, Samen und Pilze gehören zu den gefressenen Pflanzenteilen. Daneben erbeuten Dachse kleine Tiere wie Würmer, Insekten, Schnecken, Vögel und Mäuse.

GESCHLECHTSREIFE: mit 2 Jahren

TRAGEZEIT: ca. 9 Monate

ANZAHL DER JUNGEN PRO WURF: drei bis fünf

FEINDE: Neben dem Menschen sind die natürlichen Feinde der Luchs, Wolf, Uhu und der Steinadler. Diese Tiere haben jedoch wenig Bedeutung, da sie selbst in ihrem Bestand bedroht sind. Als Feinde kann man auch die Parasiten wie Trichinen und Infektionskrankheiten (Wildtierseuchen) wie die Tollwut erwähnen. Sie führen zu einer deutlichen Verringerung von Dachspopulationen.

BEDROHUNG UND SCHUTZ: wird bejagd, ist nicht bedroht.

BEDEUTUNG FÜR DEN MENSCHEN:

  • Dachsfett als Einreibung (beispielsweise gegen Rheumatismus) warn in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Apotheken ein Standardartikel
  • Dachsfleisch soll schmackhaft sein, kommt aber selten auf den Markt, da es oft von Trichinen durchsetzt ist. In China jedoch als Delikatesse massenhaft gezüchtet.
  • Der Pelz wird auch nicht mehr wie einst gehandelt
  • Dachshaare werden für hochwertige Rasierpinsel (Nassrasur) und Malpinsel verwendet Dachshaarpinsel kommen zumeist aus China
  • Der Dachsbart ist heute noch eine Jagdtrophäe
  • In der Fabel wird er als "Grimmbart" bezeichnet. Als "Frechdachs" werden in der umgangssprache vorlaute Personen bezeichnet.